Die Beste Behandlung von Atemwegserkrankungen bei Pferden

Gründe für die Atemwegserkrankungen bei Pferden 

Ihr Pferd leidet unter Husten, Nasenausfluss, zeigt Leistungseinbußen oder fällt Ihrem Pferd sogar die Atmung schwer?
Die Gründe hierfür sind vielfältig. Möglich sind Infektionserkrankungen, ausgelöst durch Erreger wie:
- Viren
- Bakterien und
- Parasiten

Sensible Pferde, ein geschwächtes Immunsystem und kontaminiertes Futter begünstigen Infektionen. Oft werden akute Atemwegserkrankungen zu spät oder nicht hinreichend genug behandelt, sodass sich wiederkehrenden Infektionen oder sogar chronische Erkrankungen einstellen.

Ebenfalls können diese chronische, nicht-infektiöses Krankheitsverläufe dieselben oben angeführten Symptome auslösen.

 

Erste Anzeichen nicht ignorieren

Oft wird von den Pferdebesitzern nur ein wenig Husten vernommen. Zum Beginn des Reitens zeigen sich schon mal ein paar kleine Hustenstöße. Nach Beendigung des Trainings ist bei manchen Pferden auch ein wenig Nasenausfluss erkenntlich. Diese Anzeichen sind jedoch oft kein „kleiner Husten“ und „ein wenig Nasenausfluss“, sondern der Beginn eines chronischen Verlaufes.

Nicht behandeln kann gravierende Folgen mit sich tragen. Aus dem „kleinen Husten“ und dem „bisschen Nasenausfluss“ kann sich schneller als Sie es sich wünschen eine ernst zu nehmende chronische Problematik einstellen. Der Verlauf solcher chronischen Atemwegserkrankungen ist differenziert und stellt nicht jedes Pferd vor das gleiche Leiden. Jedoch ist klar, dass Ihr Pferd durch permanente Atemwegsentzündungen nicht nur deutlich an Leistung verliert, sondern auch an Lebensqualität. Einer der schlimmsten Fälle ist die absolute Atemnot, selbst in Ruhephasen.

Was können Pferdebesitzer tun, um Ihre Lieblinge bestmöglich bei den Atemwegsbeschwerden Ihrer Pferde zu unterstützen?

Die Antwort liegt immer in einem angepassten Einstreu- und Fütterungsmanagement.

Seit der Domestikation der Pferde sind diese auf die Menschen angewiesen. Das frühere Wildpferd zog im Herdenverbund durch die Steppe und nahm dort diverses pflanzliches Material zu sich.

Das heutige Nutzpferd steht hingegen in Offen-, Lauf oder Boxenstallungen meist auf dem von uns ausgewähltem Einstreu und frisst das von dem Menschen vorgelegte Raufutter.  Durch diese Haltung und Fütterung ist das Pferd unabdingbar deutlich mehr Staub ausgesetzt. An dem Pferdehalter liegt es nun, das Pferd gesund zu erhalten. Dazu gehört es ebenfalls, eine möglichst staubfreie Umwelt für die Pferde zu schaffen.

Hierbei liegt jedoch die Krux. Da Pferde sogenannte „Dauerfresser“ sind, das heißt sie idealerweise über 15 Stunden täglich mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt sind, haben Sie die Nasen permanent im staubigen Einstreu und noch staubigerem Raufutter.

 

 

Heu als traditionelles Raufutter

In unseren Breitengraden ist es nicht möglich, den Pferden einen vegetationsfreien Winter und somit eine alljährliche Weidefütterung zu gewährleisten. Der Mensch muss hingegen weiterhin dafür sorgen, dass dem Pferd genügend raufaserreiches Futter vorgelegt wird. Dies geschieht durch die Konservierung des Grundfutters Gras.

Die traditionellste Methode hierfür ist die Heuwerdung.

Heu ist jedoch der größte Faktor bei der Entstehung von entzündlichen Prozessen in den Atemwegen. Es wird durch den Prozess der Trocknung hergestellt. Als Nebenprodukt fällt bei einem ungenügenden Trocknungsprozess eine Vielzahl an Milben, Bakterien und Schimmelpilzen an. Auch Staub gilt bei dem Konservat als ein weiteres produkttypisches Problem.                                          

Schon länger ist bekannt, dass selbst hygienisch sehr hochwertiges Heu durch den Prozess der Koservierung einen hohen Besatz an gesundheitsgefährdeten Mikroben aufweist (Vandenput et al., 1997). Das am meisten beklagte Problem von Pferdehaltern stellt die Erkrankung des Respirationsapparates dar (Holmquist et al., 2002). Eine Studie von C.E Müller beweist, dass die große Mehrheit der Pferdebesitzer- und halter negativ-Erfahrungen mit der Verfütterung von Heu auf den Atemwegstrakt erfahren haben. Dies unterstreicht auch eine Analyse von Von Clausen et. Al.. Diese bewies schon im Jahre 2004, dass der zweithäufigste Grund zur Euthanasierung von Pferden die Erkrankungen des Respirationsapparates darstellt.

 

Heulagen und Silagen als Alternativen zum traditionellen Heu?

Als Staub- und mikrobenärmeres Raufutter stellt die Heulage, in der Theorie, eine Alternative zu dem konventionellen Heu dar. Leider zeigt sich in der Praxis sehr häufig das Gegenteil.

Durch einen ungenügenden Silierprozess oder Verfahrensfehler entstehen in der Heulage Mikroorganismen wie Cloristiden, Enterobakterien und Listerine. Diese statuieren den anaeroben Verderb der Heulage. Dieser löst in Folge dessen den aeroben Verderb durch Organismen wie Schimmelpilze und Hefen aus.  Auch die Gärprodukte und der Säuregehalt in den Lagen können zu ernstzunehmenden Erkrankungen führen. Des Weiteren besteht die Gefahr des Botulismus. Dies ist eine lebensbedrohliche Vergiftung, die durch Kleintiere in den konservierten Ballen ausgelöst wird.

Häufig werden gastrointestinale Erkrankungen, wie Koliken oder das freie Kotwasser, in Verbindung mit der Fütterung von Heulagen gesetzt. Studien, wie die von M.J.S Moore-Colyer und A.C Longland, belegen die Angst der Pferdehalter vor der Fütterung mit Heulagen, da die deutliche Mehrheit negative Erfahrungen mit der Verfütterung dieses Raufutter vorweisen können.

 

Weitere vermeintliche Alternativen auf dem Weg zum hygienischen Raufutter

Viele Pferdebesitzer und mittlerweile sogar ganze Stallbetreiber nutzen eine Wässerung des Heus, um Pferde von dem im Heu enthaltenen Staub zu schützen. 

Primär geht es bei dieser Methode um die Staubbindung des Heus, sodass dieser nicht mehr in die Atemwege der Pferde gelangt. Die Bindung des Staubs gelingt beim Bewässern auch gut, jedoch bewirkt es ebenfalls die Auswaschung der enthaltenen Nährstoffe, sowie eine enorme Mikroben Vermehrung. Eine Mehrbelastung an Bakterien, Hefen, Schimmelpilzen etc. ist nicht zielführend, da auch von diesen gesundheitsgefährdeten Belastungen, wie Durchfall, verminderte Lungenleistung, Leberbelastungen etc. ausgehen.

 

In wie fern hilft das Inhalieren und Futterzugaben bei Atemwegsbeschwerden?

Jeder Pferdebesitzer fürchtet die Diagnose COPD, RAO, IAD. Aber was tun, wenn es vom Tierarzt so diagnostiziert wurde?

Viele Pferdebesitzer greifen zu den alt bekannten Maßnahmen wie Inhalieren, Medikamente oder Zusatzpräparate. Diese funktionieren teilweise und bis zu einem gewissen Grad gut, können das Problem jedoch nicht an der Wurzel greifen.

Es gilt die Ursache zu beheben und nicht nur die Symptomatik zu behandeln!

 

 

Doch wie gelingt es denn nun effektiv das Raufutter auf einem hochwertigen hygienischen Status zu halten und dabei atmungsfähigen Staub zu binden sowie schädliche Mikroorganismen abzutöten?

Die Antwort ist unkonventionell und leider noch nicht ganz so verbreitet wie die Methode des Bewässerns, nämlich Heu bedampfen!

Wissenschaftliche Studien von renommiertem Wissenschaftler, die schon seit Jahren in diesem Bereich forschen, wie Moore-Colyer, James, Stockdale, Leggatt und viele weitere, zeigen , dass bei der Bedampfung von Heu mit dem Haygain eine vollständige Beseitigung der Hefen und Pilze, wie z.B dem gesundheitsgefährdetem Pilz Aspergillus, stattfindet. Zudem werden die Bakterien ebenfalls durch den heißen Wasserdampf abgetötet. Der lungengängige Staub wird bis zu 94% durch diese Methode reduziert.

Das Konzept des Haygains leuchtet ein. Ähnlich einem Dampfgarer werden die Nährstoffe erhalten. Lediglich der NSC-Wert (Nicht strukturelle Kohlenhydrate) sinkt. Zucker und auch Stärke gilt jedoch nicht unbedingt als gewünschter Inhaltsstoff im Heu, da dieser Insulin-Störungen auslösen kann. Dieses Ungleichgewichtes der Insulin-Produktion führt nicht selten zu Erkrankungen wie Equine Metabolic Syndrom (EMS), Laminitis und Equine Polysaccharide storage myopathy (PSSM).

Nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis hat sich der Haygain bei Pferden bewährt, die an Erkrankungen des Respirationsapparates leiden. Zusammengefasst haben Sie, wie bei dem Wässern, eine sehr hohe Staubbindung und darüber hinaus eine Eliminierung der enthaltenen schädlichen Mikroben. Des Weiteren ist der Haygain hinsichtlich Gastrointestinalen Erkrankungen, welche durch Bakterien bedingt sind, erfolgreich einsetzbar.

Auch für Pferde, welche krankheitsbedingt nur wenige wasserlösliche Kohlenhydrate (WSC) und nicht-strukturelles Kohlenhydrate (NSC) aufnehmen dürfen, beweist sich der Haygain als der geeignete Partner bei der täglichen Raufütterung.

 

 

 

Weitere Studien zu diesem Thema:

-          James, R. & Moore-Colyer, M.J.S [2009]. The effect of steam treatment on the total viable count, mould and yeast numbers in hay using the Haygain hay steamer. Royal Agricultural College, Cirencester, Gloucestershire, GL 7 6JS

-          James, R. & Moore-Colyer, M.J.S. [2013] Hay for horses: The nutrient content of hay before and after steam treatment in a commercial hay steamer. Proceedings of British Society of Animal Science Conference, Nottingham April 2013.

-          Stockdale, C. & Moore-Colyer, M.J.S [2010]. Steaming hay for horses: The effect of tree different treatments on the respirable particle numbers in hay treated in the haygain steamer. 5th European Workshop Equine Nutrition Cirencester, United Kingdom 19-22 September 2010 EAAP Scientific Series, Volume 128

-          Von Clausen, M., Preisinger,R. &  Kalm, E. [2004]. Analyse von Krankheitsdaten in der deutschen Warmblutzucht. Züchtungskunde 62, S. 167-178.

-          Holmquist, S. & Müller, C.E. [2002]. Problems related to feeding forages to horses. Proceedings of the XIIIth International Silage Conference, S. 152-153.

 

Autorin:

Dana Böhnke [2018]: „Einfluss der Grobfutterqualität und Art der Konservierung auf die Futteraufnahme und Akzeptanz bei Pferden“.

 

 

 

 

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