Das Pferdegelenk - Ein hoch sensibles Konstrukt

Arthritis beim Pferd

Arthritis ist ein weit verbreitetes Problem für uns und unsere Pferde. 1 von 6 erwachsenen Pferden leidet daran und 60 % der Lahmheitsfälle sind darauf zurückzuführen. Auch als Osteoarthritis (OA) und degenerative Gelenkerkrankung (DJD) bekannt, ist Arthritis im Laufe der Karriere oder im Alter eines Pferdesportlers keine Seltenheit.

Veränderungen im Gelenk

Arthritis führt letztlich zu einem Verlust von Gelenkknorpel, knöchernen Veränderungen und einer Verringerung des Gelenkspalts, was zu Schmerzen und Beschwerden, einer eingeschränkten Beweglichkeit und sportlichen Fähigkeiten führt. Um die genauen Vorgänge zu verstehen, müssen wir uns fragen: Wie ist ein Gelenk eigentlich aufgebaut?

Gelenke sind bewegliche Verbindungen zwischen Knochenstrukturen. Ein Gelenk besteht aus den Gelenkflächen der beteiligten Knochen, die mit Knorpel überzogen sind, dem flüssigkeitsgefüllten Gelenkspalt und der Gelenkkapsel bzw. dem Gelenkraum.[1]

Die Knorpelschicht ist oft nur wenige Millimeter dick und hat eine Art Pufferfunktion. In der Bewegung nehmen die einzelnen Knorpelzellen Flüssigkeit auf, im Ruhezustand wird Flüssigkeit abgegeben. Die volle Druckelastizität wird erreicht, wenn die Zellen prall gefüllt sind.[2] Ein Aspekt, der für ausreichendes Aufwärmen spricht, beim Pferd, wie auch beim Menschen. 

In der Gelenkkapsel bildet die Gelenkinnenhaut (Synovialis) die Gelenkschmiere (Synovia). Die Synovia enthält z.B. Wasser, Proteine, Lipide, reduziert die Reibung zwischen den Gelenkflächen und versorgt den Gelenkknorpel.[3] Gelenkserkrankungen können zu einer Veränderung der Synovia führen, sodass die Funktion der Gelenkschmiere beeinträchtigt werden kann.[4]

Ursachen für Arthrose

Häufig entsteht Arthrose als Alterserscheinung im Zusammenhang mit Gelenkabnutzung. Nicht selten aber tritt Arthrose auch als Folge von Verletzungen oder Fehlstellungen auf. Auch eine zu frühe oder falsche Belastung, besonders in der Wachstumsphase, kann zu irreversiblen Gelenkschäden führen.[5] Neben der Überlastung kann aber auch zu wenig Bewegung auf Dauer zu Knorpelabbau führen, da das Pferdegelenk physiologische Bewegung benötigt, um alle beteiligten Strukturen optimal zu versorgen. [6] Dieser Aspekt ist unter anderem darin begründet, dass Gelenke keine Blutgefäße haben und daher ausschließlich durch die Synovia versorgt werden.

Der Knorpelabbau führt auf Dauer zu einer schlechteren „Pufferfunktion“ im Gelenk.  Auch die mengenmäßige Produktion der Synovia kann beeinträchtigt werden.  

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 [7]

Erste Anzeichen

Anzeichen dafür, dass Ihr Pferd an Gelenkproblemen leidet, sind Schwellungen, Steifheit, eingeschränkte Beweglichkeit eines Gelenks, Lahmheit, Arbeitsunlust, veränderte Leistungen/Verhaltensweisen und Schwierigkeiten oder Widerwillen, sich hinzulegen.  

Behandlung

Derzeit gibt es keine Heilung für Arthritis, aber es gibt Behandlungsmöglichkeiten, die eingesetzt werden können, um Entzündungen und die dadurch verursachten Schäden zu verhindern oder zu reduzieren.

Besonders bei Pferden mit Arthrose empfehlen wir ausreichend Auslauf und möglichst tägliche Bewegung. Auch das ausreichende Aufwärmen ist aus o.g. Gründen anzuraten. Neben der tierärztlichen Behandlung und Betreuung können verschiedene Futterergänzungsmittel die Pferde unterstützen.

Bei der Behandlung können folgende Wirkstoffe in Betracht gezogen werden:

Klassische Entzündungshemmer - zur Verringerung chronischer Entzündungen

Kurkumin - hat entzündungshemmende, antioxidative, antivirale, antibiotische sowie schmerzlindernde Eigenschaften

Boswellia Serrata (indischer Weihrauch) - ist für seine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung bekannt

MSM (Organischer Schwefel) - ist an der Regeneration von Knorpel und der Bildung von Gelenkflüssigkeit beteiligt.

Hyaluronsäure - die zur Bildung normaler Gelenkflüssigkeit beiträgt

Glucosamin - erhöht den Gehalt an Glykosaminoglykanen im Gelenk. Dies sind die “Bausteine” der Knorpelmatrix. Glucosamin erhöht den Hyaluronatgehalt im Gelenk. Hyaluronat ist ein wesentlicher Bestandteil der Synovialflüssigkeit, des Gelenkschmiermittels.

Omega 3 - Die Forschung hat gezeigt, dass Omega 3 die durch Arthritis verursachten Entzündungen und Schmerzen sicher lindern und die Dehydrierung der Gelenke verlangsamen kann.

Chondroitinsulfat - ist ein natürlicher “Wassermagnet” im Gelenk, der ständiger Kompression und Erschütterung standhält. Chondroitinsulfat hemmt außerdem die knorpelabbauenden Enzyme, die in geschädigten Gelenken vorhanden sind.

Chelatiertes Zink - Bildet zusammen mit Schwefel das Strukturgewebe, das wir als Keratin kennen

Vitamin E - Bewährtes Antioxidant

 



[1] https://www.gesundheitsinformation.de/wie-funktionieren-gelenke.html

[2] FNverlag (2016) Richtlinien für Reiten und Fahren Band 4, Grundwissen zur Haltung, Fütterung, Gesundheit und Zucht

[3] FNverlag (2016) Richtlinien für Reiten und Fahren Band 4, Grundwissen zur Haltung, Fütterung, Gesundheit und Zucht

[4] https://gelenk-klinik.de/orthopaedie-glossar/synovia.html#:~:text=Die%20Synovia%20ist%20eine%20viskose,selber%20nicht%20%C3%BCber%20Blutgef%C3%A4%C3%9Fe%20verf%C3%BCgt.

[5]https://www.vetepedia.de/gesundheitsthemen/pferd/bewegungsapparat/arthrose#:~:text=Oftmals%20entsteht%20Arthrose%20beim%20Pferd,dabei%20zu%20akuten%20Gelenksentz%C3%BCndungen%20kommt%2C

[6]  Schlueter, A. E., & Orth, M. W. (2004). Equine osteoarthritis: a brief review of the disease and its causes. Equine and Comparative Exercise Physiology, 1(4), 221-231.

[7] Gelenkknorpel dauerhaft fit halten (pferdetherapie-landskron.de)

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