Anweiden – aber richtig!

Die Pferde und auch die meisten Besitzer können es kaum noch erwarten – an vielen Ställen fällt traditionell am 1. Mai der Startschuss für die Weidesaison.

Doch der Weidegang will gut vorbereitet sein. Neben den oftmals gesteigerten Bewegungsmöglichkeiten für die Pferde stellt der Aufenthalt auf der Weide eine Futterumstellung im Vergleich zum Winterhalbjahr dar. Frisches Gras enthält zum einen mehr Feuchtigkeit, als das trockene Heu, aber auch der hohe Gehalt an Fruktan im Frühjahr bedeutet eine Herausforderung für Verdauungstrakt und Stoffwechsel.

 

Was ist Fruktan?

Fruktane sind langkettige, wasserlösliche Zuckermoleküle, die den Pflanzen als kurzfristiger Energiespeicher dienen.[1],[2] Überschüssige Energie wird vor allem dann im Stängel gespeichert, wenn die durch Photosynthese gewonnene Energie nicht direkt für das Wachstum verwendet werden kann (beispielsweise wenn es zu kalt oder zu trocken ist).[3]

Was heißt das im Klartext? - Fruktangehalt im Weidegras

Fruktangehalt steigt bei:

  • Kalten Temperaturen / Frost
  • Heißen Temperaturen / viel Sonne
  • Langer Trockenheit
  • Kurzem Gras
  • Nährstoffarmen Böden 

Fruktangehalt sinkt bei:

  • Bewölktem Wetter
  • Wärmeren Temperaturen
  • Ausreichend Wasser / Regen
  • Hohem Gras
  • Nährstoffreichen Böden

  

Wie starte ich mit dem Anweiden?

Um den Verdauungstrakt an die Umstellung durch das Weidegras zu gewöhnen sollte der Weidegang schrittweise gesteigert werden. Wir empfehlen mit 15 min zu starten und die Zeit nach und nach (z.B alle 2 Tage um 10 min) zu steigern. Ist man bei etwa 2 Stunden Weide angelangt, kann der Weidegang auch um jeweils eine halbe Stunde gesteigert werden. Erfahrungsgemäß können die Pferde, wenn man bei etwa 4-6 Stunden angelangt ist, auch ganztags auf die Weide gehen. Natürlich sind hier immer die individuellen Bedürfnisse und Probleme des einzelnen Pferdes zu berücksichtigen und der Anweideplan daran anzupassen.

Achtung bei Stoffwechselkandidaten!

Besonders bei Pferden mit Vorerkrankungen wie Hufrehe, EMS oder Cushing ist Vorsicht geboten. Solche Pferde leiden oft unter einer sog. Insulinresistenz, die dazu führen kann, dass der Zucker in den Zellen nicht so gut abgebaut werden kann. Ein Hufreheschub kann unter Umständen die Folge sein. Bei Pferden mit Stoffwechselerkrankungen raten wir dazu die Weidezeit noch vorsichtiger zu steigern. Zudem kann es für empfindliche Pferde sinnvoll sein den Weidestart etwas hinauszuschieben bis das Wetter wärmer und das Gras höher gewachsen ist. Außerdem ist es bei solchen Pferden oft notwendig die Weidezeit zu begrenzen. Ganztägiger Weidegang oder gar 24/7 Wiese eignet sich für diese Pferde in der Regel nicht. Bei einem akuten Hufreheschub raten wir von der Weide gänzlich ab, da das Risiko in diesem Fall zu groß ist.[4]

 



[1] Sladky, P. (2020) Fruktan: Mythen und Fakten über das Schreckgespenst, Pferderevue online

[2] https://www.hipposport.de/magazin/pferdefuetterung/fruktan-die-gefahr-die-im-gras-lauert/

[3] https://www.horseanalytics.com/2020/10/26/fruktan-im-gras-was-hat-es-damit-auf-sich/

[4] https://www.cavallo.de/medizin/so-grasen-pferde-mit-ems-cushing-oder-hufrehe-sicher/?utm_campaign=cavallo-newsletter&utm_content=artikel-teaser&utm_source=newsletter

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